Bußgelder gegen Geldwäschebeauftragte
Vertieft Sanktionen und persönliche Verantwortung.
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S+P Governance | Geldwäscheprävention auf Entscheidungsebene
Rechtsstand: Oktober 2026 · Lesezeit: rund 20 Minuten · Zielgruppe: Geschäftsleitung, Leitungsorgan, Geldwäschebeauftragte
Geldwäschebeauftragter Aufgaben und Pflichten sind im Gesetz an zwei Stellen verankert: beim Beauftragten selbst und bei der Leitung, die ihn bestellt, ausstattet und anzeigt. Der Beauftragte ist für die Einhaltung zuständig, die Verantwortung der Leitungsebene bleibt davon unberührt. Die AMLR gilt ab dem 10. Juli 2027; bis dahin bleibt das GwG maßgeblich.
Die Frage an die Leitung lautet: Was kannst du gegenüber Aufsicht und Prüfer belegen? Dass ein geeigneter Geldwäschebeauftragter samt Stellvertreter bestellt und vorab angezeigt ist, dass er unmittelbar berichten kann und dass er Befugnisse, Mittel und Zugang zu allen relevanten Informationen hat.
Nach § 7 Abs. 1 GwG ist der Geldwäschebeauftragte auf Führungsebene zu bestellen, für die Einhaltung der Vorschriften zuständig und der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet. Er ist Ansprechpartner für Behörden und die FIU, erstattet Meldungen nach § 43 Abs. 1 GwG und unterliegt dabei nicht dem Direktionsrecht der Geschäftsleitung (§ 7 Abs. 5 GwG).
Die Leitung stellt Befugnisse, Mittel und ungehinderten Zugang zu Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen sicher und zeigt Bestellung und Entpflichtung der Aufsicht vorab an (§ 7 Abs. 4 GwG, § 7 Abs. 5 GwG). Eine Auslagerung von Sicherungsmaßnahmen ändert nichts daran, dass die Verantwortung bei den Verpflichteten bleibt (§ 6 Abs. 7 GwG).
Die AMLR verschiebt die Zuständigkeiten ab dem 10. Juli 2027 (Art. 90 AMLR): Das Leitungsorgan ernennt den Geldwäschebeauftragten, ein Mitglied des Leitungsorgans verantwortet als Compliance-Manager die Einhaltung, und der Beauftragte ist vor Repressalien zu schützen (Art. 11 Abs. 1 AMLR, Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 11 Abs. 4 AMLR). Der Beitrag zeigt Aufgaben, Stellung, Bestellung, Fristen und Pflichten nach Funktion und enthält einen Quick-Check, mit dem du einordnest, wo dein Haus steht.
Die Tabelle fasst zusammen, was der Beitrag weiter unten ausführt und belegt.
| Keypoint | Kernaussage | Normbezug |
|---|---|---|
| Bestellung | Geldwäschebeauftragter auf Führungsebene und Stellvertreter; die Aufsicht kann die Bestellung bei anderen Verpflichteten anordnen. | § 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 3 GwG |
| Zuständigkeit | Zuständig für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften; die Verantwortung der Leitungsebene bleibt unberührt. | § 7 Abs. 1 GwG |
| Stellung und Berichtsweg | Der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet und unmittelbar berichtspflichtig; bei Meldungen nach § 43 Abs. 1 GwG nicht weisungsgebunden. | § 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 5 GwG |
| Befugnisse und Mittel | Ausreichende Befugnisse, notwendige Mittel und ungehinderter Zugang zu Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen. | § 7 Abs. 5 GwG |
| Anzeige | Bestellung und Entpflichtung sind der Aufsichtsbehörde vorab anzuzeigen; die Bestellung ist auf Verlangen zu widerrufen, wenn Qualifikation oder Zuverlässigkeit fehlen. | § 7 Abs. 4 GwG |
| Interessenkollision | Leitungsmitglieder kommen als Beauftragte in der Regel nur bei Verpflichteten mit weniger als 15 Vollzeitäquivalenten ohne geeigneten Beschäftigten darunter in Betracht. | BaFin-AuA zum GwG |
| Schutz | Keine Benachteiligung im Beschäftigungsverhältnis; Kündigung nur aus wichtigem Grund, nach der Abberufung ein Jahr lang. | § 7 Abs. 7 GwG |
| AMLR ab 10. Juli 2027 | Das Leitungsorgan ernennt den Geldwäschebeauftragten, ein Compliance-Manager aus dem Leitungsorgan verantwortet die Einhaltung. | Art. 11 Abs. 1 AMLR, Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 90 AMLR |
Die in § 7 Abs. 1 GwG genannten Verpflichteten haben einen Geldwäschebeauftragten auf Führungsebene sowie einen Stellvertreter zu bestellen. Für andere Verpflichtete kann die Aufsichtsbehörde die Bestellung anordnen (§ 7 Abs. 3 GwG), und sie kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflicht befreien (§ 7 Abs. 2 GwG). Die Bestellung gehört zu den internen Sicherungsmaßnahmen (§ 6 Abs. 2 Nr. 2 GwG).
Wer als Verpflichteter keinen Geldwäschebeauftragten oder keinen Stellvertreter bestellt, handelt bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Verhalten ordnungswidrig (§ 56 Abs. 2 Nr. 2 GwG). Das Gesetz knüpft die Pflicht damit an das Haus, nicht an die Person des Beauftragten.
Die AMLR verlangt ab Juli 2027, dass Verpflichtete über einen Geldwäschebeauftragten verfügen, den das Leitungsorgan in seiner Leitungsfunktion ernennt (Art. 11 Abs. 2 AMLR). Wie die persönliche Haftung des Beauftragten einzuordnen ist, behandelt dieser Beitrag nicht; dazu gibt es einen eigenen Beitrag zu Bußgeldern gegen Geldwäschebeauftragte.
Das Gesetz nennt die Aufgaben knapp. Die Tabelle stellt dar, was GwG und AMLR dem Geldwäschebeauftragten ausdrücklich zuweisen. Weitere Aufgaben, die sich aus der Organisation oder aus Hinweisen der Aufsicht ergeben, legt das Haus schriftlich fest.
| Aufgabe | Inhalt | Normbezug |
|---|---|---|
| Einhaltung der Vorschriften | Er ist für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften zuständig, die Verantwortung der Leitungsebene bleibt unberührt. | § 7 Abs. 1 GwG |
| Ansprechpartner für Behörden | Ansprechpartner für Strafverfolgungsbehörden, Gefahrenabwehrbehörden, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen und die Aufsichtsbehörde; Tätigkeit im Inland. | § 7 Abs. 5 GwG |
| Meldungen | Er erstattet Meldungen nach § 43 Abs. 1 GwG und beantwortet Auskunftsersuchen der FIU, ohne dem Direktionsrecht der Geschäftsleitung zu unterliegen. | § 7 Abs. 5 GwG, § 6 Abs. 2 Nr. 1 GwG |
| Berichte an die Geschäftsleitung | Er hat der Geschäftsleitung unmittelbar zu berichten. | § 7 Abs. 5 GwG |
| Datennutzung | Er darf Daten und Informationen ausschließlich zur Erfüllung seiner Aufgaben verwenden. | § 7 Abs. 6 GwG |
| AMLR: Strategien, Verfahren, Kontrollen | Er ist für die internen Strategien, Verfahren und Kontrollen bei der täglichen Umsetzung zuständig, dient als Kontaktstelle für Behörden und meldet verdächtige Transaktionen an die zentrale Meldestelle. | Art. 11 Abs. 2 AMLR |
| AMLR: Risikobewertung | Er erstellt die unternehmensweite Risikobewertung, die das Leitungsorgan billigt. | Art. 10 Abs. 2 AMLR |
Ein wirksamer Geldwäschebeauftragter braucht Rang, Zugang und Schutz. Die Tabelle ordnet die Vorgaben, die die Leitung herstellen muss.
| Thema | Was gilt | Normbezug |
|---|---|---|
| Führungsebene und Unterstellung | Der Geldwäschebeauftragte ist auf Führungsebene zu bestellen und der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet. | § 7 Abs. 1 GwG |
| Befugnisse, Mittel, Zugang | Ihm sind ausreichende Befugnisse und die notwendigen Mittel einzuräumen, dazu ungehinderter Zugang zu Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen. | § 7 Abs. 5 GwG |
| Weisungsfreiheit bei Meldungen | Soweit er eine Meldung nach § 43 Abs. 1 GwG beabsichtigt oder ein Auskunftsersuchen der FIU beantwortet, unterliegt er nicht dem Direktionsrecht der Geschäftsleitung. | § 7 Abs. 5 Satz 6 GwG |
| Kündigungsschutz | Wegen der Aufgabenerfüllung darf keine Benachteiligung im Beschäftigungsverhältnis entstehen. Die Kündigung ist nur aus wichtigem Grund zulässig, nach der Abberufung ein Jahr lang. | § 7 Abs. 7 GwG |
| Interessenkollision und Kapazität | Die BaFin erwartet, dass Interessenkollisionen vermieden werden und ausreichende Kapazitäten bestehen. Leitungsmitglieder kommen in der Regel nur bei Verpflichteten mit weniger als 15 Vollzeitäquivalenten und ohne geeigneten Beschäftigten unterhalb der Leitungsebene in Betracht. | BaFin-AuA zum GwG |
| AMLR: hierarchische Stellung | Der Geldwäschebeauftragte verfügt über eine ausreichend hohe hierarchische Stellung und kann dem Leitungsorgan direkt und unabhängig berichten und es warnen. | Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 11 Abs. 5 AMLR |
| AMLR: Schutz und Ressourcen | Schutz vor Repressalien, Diskriminierung und unfairer Behandlung; seine Entscheidungen werden nicht durch wirtschaftliche Interessen unzulässig beeinflusst; angemessene personelle, technologische und sonstige Ressourcen. | Art. 11 Abs. 3 AMLR, Art. 11 Abs. 4 AMLR |
Nach den Hinweisen der BaFin müssen der Geldwäschebeauftragte und sein Stellvertreter berechtigt sein, rechtsverbindliche Erklärungen für das Unternehmen abzugeben, es bei entsprechenden Sachverhalten nach außen zu vertreten und in Angelegenheiten der Geldwäscheprävention Weisungen zu erteilen. Wie das Haus das umsetzt, bleibt Organisationsfrage; die Hinweise der BaFin sind dazu nachzulesen.
Das Gesetz schreibt keine Reihenfolge vor. Die Schritte ordnen die Pflichten der Leitung zu einem Ablauf und sind ein Vorschlag für die Praxis.
Eignung prüfen
Die Aufsicht kann den Widerruf verlangen, wenn die erforderliche Qualifikation oder Zuverlässigkeit fehlt; das Haus prüft beides vor der Bestellung (§ 7 Abs. 4 Satz 2 GwG).
Stellvertreter bestimmen
Neben dem Geldwäschebeauftragten ist ein Stellvertreter zu bestellen (§ 7 Abs. 1 Satz 1 GwG).
Interessenkollision und Kapazität klären
Das Haus prüft, ob die Person neben weiteren Aufgaben ausreichend Kapazität hat und Interessenkollisionen ausgeschlossen sind (BaFin-AuA zum GwG).
Anzeige vorab
Bestellung und Entpflichtung werden der Aufsichtsbehörde vorab angezeigt; bei der BaFin geht das über das Fachverfahren in der Melde- und Veröffentlichungsplattform (§ 7 Abs. 4 Satz 1 GwG).
Befugnisse, Mittel und Zugang einräumen
Befugnisse, Mittel und ungehinderter Zugang zu Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen werden schriftlich festgelegt (§ 7 Abs. 5 GwG).
Berichtsweg festlegen
Der unmittelbare Bericht an die Geschäftsleitung wird mit Turnus und Anlässen geregelt (§ 7 Abs. 5 GwG).
Die BaFin bietet seit Juni 2025 für von ihr beaufsichtigte Verpflichtete ein digitales Fachverfahren für Anzeigen nach § 7 Abs. 4 GwG an. Ob und welche Fristen für die Vorabanzeige gelten, ist den Hinweisen der BaFin zu entnehmen; dieser Beitrag nennt keine Fristen, die er nicht belegen kann.
Die Tabelle ordnet die Vorgaben nach der Frage, die sich der Leitung stellt.
| Frage | Was gilt | Normbezug |
|---|---|---|
| Wer bestellt und wer verantwortet? | Der Verpflichtete bestellt; die Verantwortung der Leitungsebene bleibt trotz der Zuständigkeit des Beauftragten unberührt. | § 7 Abs. 1 GwG |
| Wer kann befreien oder anordnen? | Die Aufsichtsbehörde kann befreien, wenn Informationsverluste nicht drohen und anderweitige Vorkehrungen bestehen, und sie kann bei anderen Verpflichteten die Bestellung anordnen. | § 7 Abs. 2 GwG, § 7 Abs. 3 GwG |
| Was ist anzuzeigen? | Bestellung des Geldwäschebeauftragten und des Stellvertreters sowie die Entpflichtung, vorab. Die Bestellung ist auf Verlangen der Aufsicht zu widerrufen, wenn Qualifikation oder Zuverlässigkeit fehlen. | § 7 Abs. 4 GwG |
| Welche Ausstattung ist verlangt? | Ausreichende Befugnisse, notwendige Mittel und ungehinderter Zugang zu allen für die Aufgaben relevanten Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen. | § 7 Abs. 5 GwG |
| Darf ausgelagert werden? | Interne Sicherungsmaßnahmen dürfen nach vorheriger Anzeige durch Dritte durchgeführt werden; die Verantwortung bleibt bei den Verpflichteten. | § 6 Abs. 7 GwG |
| Welche Folgen drohen? | Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig keinen Geldwäschebeauftragten oder keinen Stellvertreter bestellt. | § 56 Abs. 2 Nr. 2 GwG |
| AMLR: Ernennung und Abberufung | Das Leitungsorgan in seiner Leitungsfunktion ernennt den Geldwäschebeauftragten. Er kann erst nach vorheriger Unterrichtung des Leitungsorgans abberufen werden, und der Aufseher wird über die Abberufung unterrichtet. | Art. 11 Abs. 2 AMLR |
| AMLR: Auslagerung | Aufgaben dürfen an Dienstleister ausgelagert werden; der Aufseher wird vorher unterrichtet, und der Verpflichtete haftet in vollem Umfang. Die Meldung verdächtiger Tätigkeiten darf grundsätzlich nicht ausgelagert werden. | Art. 18 Abs. 1 AMLR, Art. 18 Abs. 2 AMLR, Art. 18 Abs. 3 Buchst. e AMLR |
Allgemeine Darstellung, keine Rechtsberatung. Einzelne Vorgaben gelten nur für bestimmte Verpflichtete; die Hinweise der BaFin richten sich an Verpflichtete unter ihrer Aufsicht.
Bis zum Geltungsbeginn der AMLR bleibt das Geldwäschegesetz der Maßstab. Die Gegenüberstellung zeigt, wo die AMLR dieselben Fragen anders beantwortet. Welche GwG-Vorschriften bei Geltung der AMLR entfallen oder angepasst werden, bildet dieser Beitrag nicht ab.
| Thema | GwG (bis zum Geltungsbeginn der AMLR) | AMLR (ab 10. Juli 2027) |
|---|---|---|
| Bestellung | Die in § 7 Abs. 1 GwG genannten Verpflichteten bestellen Geldwäschebeauftragten und Stellvertreter. § 7 Abs. 1 GwG | Verpflichtete haben über einen Geldwäschebeauftragten zu verfügen, den das Leitungsorgan ernennt. Art. 11 Abs. 2 AMLR |
| Verantwortung der Leitung | Ein Mitglied der Leitungsebene ist für das Risikomanagement verantwortlich; die Verantwortung der Leitungsebene bleibt unberührt. § 7 Abs. 1 GwG | Ein Mitglied des Leitungsorgans ist als Compliance-Manager für die Einhaltung verantwortlich. Art. 11 Abs. 1 AMLR |
| Berichtsweg | Unmittelbarer Bericht an die Geschäftsleitung. § 7 Abs. 5 GwG | Direkter, unabhängiger Bericht an das Leitungsorgan; der Compliance-Manager berichtet regelmäßig, mindestens jährlich. Art. 11 Abs. 5 AMLR, Art. 11 Abs. 6 AMLR |
| Schutz des Beauftragten | Keine Benachteiligung, Kündigung nur aus wichtigem Grund. § 7 Abs. 7 GwG | Schutz vor Repressalien, Diskriminierung und unfairer Behandlung. Art. 11 Abs. 4 AMLR |
| Ressourcen | Befugnisse, Mittel und ungehinderter Zugang. § 7 Abs. 5 GwG | Angemessene personelle, technologische und sonstige Ressourcen. Art. 11 Abs. 3 AMLR |
| Auslagerung | Nach vorheriger Anzeige; die Verantwortung bleibt bei den Verpflichteten. § 6 Abs. 7 GwG | Mitteilung an den Aufseher vorab; volle Haftung; Meldung verdächtiger Tätigkeiten grundsätzlich nicht auslagerbar. Art. 18 Abs. 1 AMLR, Art. 18 Abs. 2 AMLR, Art. 18 Abs. 3 Buchst. e AMLR |
Das GwG nennt für die Anzeige keine Kalenderfrist, sondern verlangt sie vorab. Konkrete Vorgaben der BaFin zur Vorabanzeige sind in ihren Hinweisen und im Fachverfahren nachzulesen.
| Gegenstand | Zeitpunkt oder Frist | Normbezug |
|---|---|---|
| Anzeige der Bestellung und Entpflichtung | Vorab, also vor Wirksamwerden. Bei der BaFin steht dafür seit Juni 2025 ein digitales Fachverfahren bereit. | § 7 Abs. 4 GwG |
| Abberufung nach AMLR | Erst nach vorheriger Unterrichtung des Leitungsorgans; der Aufseher wird unterrichtet und erfährt, ob die Entscheidung mit den Aufgaben zusammenhängt. | Art. 11 Abs. 2 AMLR |
| Kündigungsschutz nach Abberufung | Die Kündigung ist innerhalb eines Jahres nach der Beendigung der Bestellung unzulässig, es sei denn, ein wichtiger Grund liegt vor. | § 7 Abs. 7 GwG |
| Bericht an das Leitungsorgan | Der Compliance-Manager legt dem Leitungsorgan jährlich oder gegebenenfalls in kürzeren Abständen einen Bericht über die Umsetzung vor. | Art. 11 Abs. 6 AMLR |
| Auslagerung | Anzeige vor der Durchführung durch Dritte (GwG) beziehungsweise Mitteilung an den Aufseher, bevor der Dienstleister ausführt (AMLR). | § 6 Abs. 7 GwG, Art. 18 Abs. 1 AMLR |
| Geltungsbeginn der AMLR | 10. Juli 2027; für bestimmte Verpflichtete 10. Juli 2029. Bis dahin ist das Geldwäschegesetz der Maßstab. | Art. 90 AMLR |
Wer im Haus welche Aufgabe übernimmt, richtet sich nach der Organisation. Die Übersicht zeigt, wo Gesetz und Verordnung Zuständigkeiten benennen.
| Funktion | Aufgabe | Normbezug |
|---|---|---|
| Leitungsebene und Geschäftsleitung | Bestellt den Geldwäschebeauftragten und den Stellvertreter, zeigt sie vorab an, räumt Befugnisse, Mittel und Zugang ein und nimmt die Berichte entgegen. | § 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 4 GwG, § 7 Abs. 5 GwG |
| Leitungsorgan nach AMLR | Ernennt den Geldwäschebeauftragten in seiner Leitungsfunktion und wird von ihm direkt unterrichtet und gewarnt. | Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 11 Abs. 5 AMLR |
| Compliance-Manager nach AMLR | Ein Mitglied des Leitungsorgans verantwortet die Einhaltung, sorgt für Ressourcen, nimmt Informationen über Schwachstellen entgegen und berichtet dem Leitungsorgan. | Art. 11 Abs. 1 AMLR, Art. 11 Abs. 6 AMLR |
| Geldwäschebeauftragter | Zuständig für die Einhaltung, Ansprechpartner für Behörden, erstattet Meldungen und berichtet unmittelbar. | § 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 5 GwG |
| Stellvertreter | Wird neben dem Geldwäschebeauftragten bestellt und der Aufsicht angezeigt. | § 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 4 GwG |
| Audit-Funktion und Mitarbeiter | Die Audit-Funktion testet Strategien, Verfahren und Kontrollen; Mitarbeiter werden unterrichtet und kennen die Anforderungen, soweit ihre Funktion dies erfordert. | Art. 9 Abs. 2 AMLR, Art. 12 AMLR, § 6 Abs. 2 Nr. 6 GwG |
Allgemeine Darstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Nach der AMLR können die Funktionen des Compliance-Managers und des Geldwäschebeauftragten unter bestimmten Voraussetzungen von derselben Person wahrgenommen werden (Art. 11 Abs. 7 AMLR).
Alle sechs Herausforderungen haben einen Bezug zu GwG, AMLR oder den Hinweisen der BaFin.
Ohne Geldwäschebeauftragten und Stellvertreter handelt der Verpflichtete bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Verhalten ordnungswidrig.
Bestellung und Entpflichtung sind der Aufsichtsbehörde vorab anzuzeigen. Eine nachträgliche Anzeige genügt nicht.
Die BaFin erwartet, dass Interessenkollisionen vermieden werden und ausreichende Kapazitäten bestehen; Leitungsmitglieder sind nur ausnahmsweise geeignet.
Der Geldwäschebeauftragte soll der Geschäftsleitung unmittelbar berichten. Zwischenstufen, die Berichte filtern, widersprechen dem.
Ohne ausreichende Befugnisse, Mittel und ungehinderten Zugang zu Daten und Systemen kann der Beauftragte seine Aufgaben nicht erfüllen.
Bei Meldungen nach § 43 Abs. 1 GwG unterliegt der Geldwäschebeauftragte nicht dem Direktionsrecht der Geschäftsleitung. Weisungen in diesem Bereich sind unzulässig.
Ein Geldwäschebeauftragter und eine Auslagerung entlasten bei der Durchführung, nicht bei der Verantwortung. Ob er wirkt, entscheidet sich an Rang, Zugang, Berichtsweg und Schutz, also an Dingen, die die Leitung herstellt. Für die Leitung lautet die Leitfrage, was sie belegen kann: wer bestellt und angezeigt wurde, wie der unmittelbare Bericht funktioniert, welche Mittel zur Verfügung stehen und wie Interessenkollisionen ausgeschlossen sind.
Vier Fragen, je drei Stufen. Zu jeder Stufe erscheint eine Empfehlung für die nächste Sitzung der Leitung. Die Auswahl wird nicht gespeichert und nicht übertragen.
Bezug: § 7 Abs. 1 GwG und § 7 Abs. 4 GwG.
Bezug: § 7 Abs. 5 GwG.
Bezug: BaFin-AuA zum GwG.
Bezug: § 7 Abs. 5 GwG und Art. 18 Abs. 3 Buchst. e AMLR.
Diese fünf Maßnahmen sind nach unserer Einschätzung unabhängig von Größe und Geschäftsmodell des Hauses sinnvoll.
Der Geldwäschebeauftragte ist für die Einhaltung zuständig, die Verantwortung der Leitung bleibt bestehen. Die Leitung muss ihn bestellen, anzeigen, ausstatten und schützen.
Die Entscheidung liegt bei der Leitung: Wer bei Geldwäschebeauftragter Aufgaben und Pflichten Bestellung, Anzeige, Berichtsweg und Ausstattung nachweisbar regelt, kann gegenüber Aufsicht und Prüfern darlegen, wie das Haus seine Geldwäscheprävention steuert.
Die Antworten beziehen sich auf GwG, AMLR und die Hinweise der BaFin, Rechtsstand Oktober 2026.
Die in § 7 Abs. 1 GwG genannten Verpflichteten haben einen Geldwäschebeauftragten auf Führungsebene und einen Stellvertreter zu bestellen. Die Aufsichtsbehörde kann bei anderen Verpflichteten die Bestellung anordnen (§ 7 Abs. 3 GwG) oder einen Verpflichteten unter Voraussetzungen von der Pflicht befreien (§ 7 Abs. 2 GwG).
Er ist für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften zuständig, Ansprechpartner für Strafverfolgungsbehörden, Gefahrenabwehrbehörden, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen und die Aufsichtsbehörde und erstattet Meldungen nach § 43 Abs. 1 GwG (§ 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 5 GwG). Nach der AMLR ist er für Strategien, Verfahren und Kontrollen bei der täglichen Umsetzung zuständig und erstellt die unternehmensweite Risikobewertung (Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 10 Abs. 2 AMLR).
Er ist der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet und hat ihr unmittelbar zu berichten (§ 7 Abs. 1 GwG, § 7 Abs. 5 GwG). Die AMLR verlangt, dass er direkt und unabhängig dem Leitungsorgan berichten und es warnen kann (Art. 11 Abs. 5 AMLR).
Ja. Bestellung, Entpflichtung und die Person des Stellvertreters sind der Aufsichtsbehörde vorab anzuzeigen (§ 7 Abs. 4 GwG). Für von der BaFin beaufsichtigte Verpflichtete gibt es seit Juni 2025 ein digitales Fachverfahren in der Melde- und Veröffentlichungsplattform der BaFin.
Nach den Auslegungs- und Anwendungshinweisen der BaFin kommt das in der Regel nur bei Verpflichteten in Betracht, die weniger als 15 Vollzeitäquivalente haben und keinen geeigneten Beschäftigten unterhalb der Leitungsebene besitzen. Interessenkollisionen sind zu vermeiden, und ausreichende Kapazitäten sind sicherzustellen.
Die AMLR gilt ab dem 10. Juli 2027 (Art. 90 AMLR). Das Leitungsorgan ernennt den Geldwäschebeauftragten, ein Mitglied des Leitungsorgans verantwortet als Compliance-Manager die Einhaltung, und der Geldwäschebeauftragte ist vor Repressalien zu schützen (Art. 11 Abs. 1 AMLR, Art. 11 Abs. 2 AMLR, Art. 11 Abs. 4 AMLR). Bis dahin bleibt das GwG der Maßstab.
Primärquellen: Bundesgesetze, EU-Rechtsakt und Veröffentlichungen der BaFin, Rechtsstand Oktober 2026.
GwG § 6: Interne Sicherungsmaßnahmen
Bestellung des Geldwäschebeauftragten und Auslagerung (Absätze 1, 2 und 7).
GwG § 7: Geldwäschebeauftragter
Bestellung, Stellung, Anzeige, Befugnisse und Schutz (Absätze 1 bis 7).
Ordnungswidrigkeit bei fehlender Bestellung (Absatz 2).
Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR)
Die Artikel 9 bis 12 und 18 zu Compliance-Funktionen, Risikobewertung und Auslagerung sowie Artikel 90 zum Geltungsbeginn.
BaFin: Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz (PDF)
Hinweise zur Stellung des Geldwäschebeauftragten, zu Interessenkollisionen und zu Vollzeitäquivalenten; Stand 2025.
BaFin: Anzeigepflichten digital erfüllen
Fachverfahren für Anzeigen nach § 7 Abs. 4 GwG seit Juni 2025.
Die Hinweise der BaFin können sich ändern; maßgeblich ist jeweils die aktuelle Fassung. Die Reihenfolge der sechs Schritte ist ein Vorschlag für die Praxis und hat keine amtliche Quelle.
Dieser Beitrag ordnet die Verantwortung der Leitung ein. Vertiefung und Qualifizierung findest du an anderer Stelle.
Vertieft Sanktionen und persönliche Verantwortung.
Zeigt, wer die Risikobewertung erstellt und billigt.
Ordnet die Rolle im Haus ein.
Vertieft die Grenzen der Auslagerung.
Zertifizierungslehrgang für Geldwäschebeauftragte und Stellvertreter.
Übersicht der Seminare zur Geldwäscheprävention.

Achim Schulz ist selbst als Geldwäschebeauftragter (MLRO) für Banken, Wertpapierinstitute und weitere BaFin-regulierte Institute bestellt. Über S+P Compliance verantwortet er als Auslagerungsdienstleister die ausgelagerte Geldwäsche-Beauftragten-Funktion in der Praxis – genau dieses Praxis- und Prüfungswissen fließt direkt in den Lehrgang ein.
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