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Organhaftung Geschäftsleitung: Verantwortung und Kontrollnachweise

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Beim Thema Organhaftung Geschäftsleitung geht es um drei Fragen: Was bleibt bei der Geschäftsleitung, was lässt sich delegieren, und was muss nachweisbar sein? Hier findest du Fachwissen zu Regulatorik, Risiko und Führung sowie die passenden Seminare und Lehrgänge von S+P Seminare.

Drei Fragen, die sich eine Geschäftsleitung stellen sollte

Jede Geschäftsleitung stößt irgendwann auf diese Fragen. Hier stehen kurze Antworten mit Bezug auf die Primärquellen.

Wofür bleibt die Geschäftsleitung verantwortlich?

Geschäftsleiter sind für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verantwortlich (§ 25a Abs. 1 KWG), unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung (AT 3.1 Tz. 1).

Zur Haftung gegenüber der Gesellschaft siehe das Gesellschaftsrecht, etwa § 43 GmbHG oder § 93 AktG.

Woran erkennt die Aufsicht ein funktionierendes Kontrollsystem?

Die MaRisk verlangen Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie eine Risikocontrolling- und eine Compliance-Funktion (AT 4.3 Tz. 1).

Die Geschäftsleitung lässt sich regelmäßig berichten (AT 4.3.2 Tz. 3) und informiert das Aufsichtsorgan mindestens vierteljährlich (AT 3.2 Tz. 2).

Wie belegt das Haus seine Prüfungssicherheit?

Unterlagen müssen für sachkundige Dritte nachvollziehbar sein und fünf Jahre aufbewahrt werden (AT 6 Tz. 1).

Die Interne Revision überwacht, dass festgestellte Mängel fristgerecht beseitigt werden (AT 4.4.3 Tz. 11).

Verantwortung bleibt, Durchführung lässt sich delegieren

Das gilt unter den Voraussetzungen von AT 9 Tz. 4 MaRisk: Die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation darf nicht beeinträchtigt werden.

  • Bleibt bei der GeschäftsleitungLeitungsaufgaben und GesamtverantwortungAT 3.1 Tz. 1, AT 9 Tz. 4
  • Bleibt im Haus, auch bei AuslagerungSteuerung der Risiken und Überwachung der ausgelagerten Aktivitäten und ProzesseAT 9 Tz. 9
  • Lässt sich delegierenDurchführung von Aktivitäten und Prozessen, solange die Geschäftsorganisation ordnungsgemäß bleibtAT 9 Tz. 4

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Aufsicht und Prüfung

Prüfung nach § 44 KWG

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MaRisk-Novelle 10.0

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Auslagerung

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Organhaftung Geschäftsleitung: Wer verantwortet was

Eine allgemeine Orientierung zur Rollenverteilung nach den MaRisk. Die konkrete Zuordnung hängt vom Institut, seiner Größe und dem Auslagerungsvertrag ab.

Verantwortlichkeiten von Geschäftsleitung, Compliance-Funktion und externem Dienstleister
ThemaGeschäftsleitungCompliance-FunktionExterner Dienstleister
GesamtverantwortungAlle Geschäftsleiter verantworten die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung (AT 3.1 Tz. 1).Unterstützt und berät die Geschäftsleitung bei der Einhaltung der wesentlichen rechtlichen Regelungen (AT 4.4.2 Tz. 1).Die Auslagerung führt nicht zu einer Delegation der Verantwortung. Leitungsaufgaben dürfen nicht ausgelagert werden (AT 9 Tz. 4).
Überwachung der rechtlichen VorgabenLässt sich regelmäßig über Geschäftslage und Risikosituation berichten (AT 4.3.2 Tz. 3).Identifiziert die wesentlichen rechtlichen Regelungen und wirkt auf wirksame Verfahren und Kontrollen hin (AT 4.4.2 Tz. 1 und 2).Das Institut steuert und überwacht die ausgelagerten Aktivitäten und Prozesse (AT 9 Tz. 9).
BerichterstattungInformiert das Aufsichtsorgan mindestens vierteljährlich in Textform über Geschäftslage und Risikosituation (AT 3.2 Tz. 2).Berichtet mindestens jährlich und anlassbezogen an die Geschäftsleitung, auch zu Defiziten und Gegenmaßnahmen (AT 4.4.2 Tz. 6).Das zentrale Auslagerungsmanagement berichtet der Geschäftsleitung über wesentliche Auslagerungen (AT 9 Tz. 13).
AuslagerungEntscheidet über Auslagerungen. Werden besondere Funktionen vollständig ausgelagert, benennt sie einen unabhängigen und sachkundigen Beauftragten (AT 9 Tz. 10).Wird sie selbst ausgelagert, gelten besondere Maßstäbe. Eine vollständige Auslagerung ist nur in den Fällen von AT 9 Tz. 5 möglich.Erbringt die Leistung nach Vertrag. Weiterverlagerungen sind vertraglich zu regeln (AT 9 Tz. 8).
Nachweise für PrüferDie Dokumentation umfasst auch die Festlegung, in welchen Fällen die Geschäftsleitung einzubinden ist und entscheidet (AT 6 Tz. 2).Der Bericht der Compliance-Funktion geht auch an die Interne Revision (AT 4.4.2 Tz. 6).Bei wesentlichen Auslagerungen sind Informations- und Prüfungsrechte der Internen Revision und externer Prüfer vertraglich festzulegen (AT 9 Tz. 7).

Allgemeine Darstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die AT-Verweise beziehen sich auf das Rundschreiben 06/2026 (BA) und gelten für Institute im Anwendungsbereich der MaRisk. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.

Berichtsweg: Wer berichtet wem, wie oft?

Wer Verantwortung trägt, braucht Informationen. Die MaRisk legen fest, auf welchem Weg sie zur Geschäftsleitung und zum Aufsichtsorgan kommen.

Compliance-FunktionBerichtet mindestens jährlich und anlassbezogen, auch zu Defiziten und Gegenmaßnahmen.
Interne RevisionBerichtet mindestens vierteljährlich, unter anderem zu wesentlichen Mängeln und deren Beseitigung.
GeschäftsleitungInformiert das Aufsichtsorgan mindestens vierteljährlich in Textform über Geschäftslage und Risikosituation.
AufsichtsorganErhält den Bericht der Compliance-Funktion und die regelmäßigen Berichte der Internen Revision zur Kenntnis.

Wenn der Weg unterbrochen ist: Kommt die Geschäftsleitung ihrer Berichtspflicht nicht nach oder beschließt sie keine sachgerechten Maßnahmen, muss die Interne Revision den Vorsitzenden des Aufsichtsorgans unterrichten (AT 3.2 Tz. 2).

Bezug: AT 4.4.2 Tz. 6, AT 4.4.3 Tz. 9 und AT 3.2 Tz. 2 MaRisk, Rundschreiben 06/2026 (BA).

Vier Annahmen und was die MaRisk dazu sagen

Manche Annahmen setzen sich leicht fest. Hier steht, was die MaRisk dazu festlegen.

AnnahmeWas wir auslagern, ist nicht mehr unsere Sache.
Was die MaRisk sagen

Die Auslagerung führt nicht zu einer Delegation der Verantwortung der Geschäftsleitung an das Auslagerungsunternehmen. Leitungsaufgaben dürfen nicht ausgelagert werden. (AT 9 Tz. 4)

AnnahmeSonstiger Fremdbezug braucht keine Aufmerksamkeit.
Was die MaRisk sagen

Auch beim sonstigen Fremdbezug muss das Institut darauf achten, dass die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation nicht beeinträchtigt wird. (AT 9 Tz. 1)

AnnahmeDer Compliance-Bericht bleibt in der Fachabteilung.
Was die MaRisk sagen

Die Compliance-Funktion berichtet mindestens jährlich an die Geschäftsleitung. Das Aufsichtsorgan erhält den Bericht zur Kenntnis. (AT 4.4.2 Tz. 6, AT 3.2 Tz. 2)

AnnahmeDokumentiert wird, wenn die Prüfung kommt.
Was die MaRisk sagen

Geschäfts-, Kontroll- und Überwachungsunterlagen sind systematisch und für sachkundige Dritte nachvollziehbar abzufassen und fünf Jahre aufzubewahren. (AT 6 Tz. 1)

Selbsteinschätzung: Wo drückt es in deinem Haus?

Sechs Fragen, je drei Stufen. Zu jeder Stufe erscheint ein Vorschlag für die nächste Sitzung der Geschäftsleitung, bei Lücken mit Links zum passenden Weg. Die Auswahl wird nicht gespeichert und nicht übertragen.

Könnt ihr der Aufsicht, der Revision oder dem Wirtschaftsprüfer innerhalb weniger Tage belegen, dass die Geschäftsleitung berichtet bekommen, entschieden und nachgesteuert hat?

Bezug: AT 6 Tz. 1 und 2 sowie AT 3.2 Tz. 2 MaRisk. Gemeint sind Berichte, Beschlüsse und Maßnahmen mit Datum.

Ja. Prüfe stichprobenhaft, ob zu einem aktuellen Bericht der Beschluss und die Maßnahme mit Frist vorliegen. Genau danach fragt ein Prüfer.
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung legt fest, welche Berichte mit Beschluss und Maßnahmenverfolgung nachweisbar sein müssen und wer die Ablage führt. Die Grundlagen stehen im Berichtsweg, bei der Umsetzung hilft S+P Compliance.
Nein. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung benennt eine verantwortliche Stelle und einen Termin für eine erste Nachweismappe mit den Berichten, Beschlüssen und Maßnahmen der letzten zwölf Monate. Die Grundlagen stehen im Berichtsweg, bei der Umsetzung hilft S+P Compliance.
Sind die Schlüsselfunktionen (z. B. Geldwäsche, Compliance, Informationssicherheit, Datenschutz, Revision) fachlich geeignet besetzt, vertreten und frei von Überlastung und Interessenkonflikten?

Bezug: AT 3.1 Tz. 1 und 2 MaRisk, Gesamtverantwortung und Kontroll- und Überwachungsprozesse. Die Eignung im Einzelfall richtet sich nach Institut und Funktion.

Ja. Prüfe, ob Vertretungen für Urlaub und Ausfall schriftlich benannt sind und ob die Kapazität der Funktion nachvollziehbar bestätigt wird.
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt für jede Schlüsselfunktion Besetzung, Vertretung und Kapazität dokumentieren und entscheidet je Lücke, ob qualifiziert oder ausgelagert wird. Qualifizieren: Seminare und Lehrgänge bei S+P Seminare. Auslagern: Beauftragtenfunktionen bei S+P Compliance.
Nein. Beschlussvorschlag: Fehlt eine Funktion oder ihre Vertretung, gehört das in die nächste Sitzung der Geschäftsleitung. Entscheidet bis dahin je Funktion, ob qualifiziert oder ausgelagert wird. Qualifizieren: Seminare und Lehrgänge bei S+P Seminare. Auslagern: Beauftragtenfunktionen bei S+P Compliance.
Gibt es einen festen Prozess, der neue Vorgaben wie MaRisk-Novelle, DORA oder AMLR erkennt, bewertet und mit Verantwortlichen und Terminen in einen Umsetzungsplan überführt?

Bezug: AT 4.4.2 Tz. 1 und 2 MaRisk. Die Compliance-Funktion identifiziert die wesentlichen rechtlichen Regelungen und wirkt auf wirksame Verfahren und Kontrollen hin.

Ja. Prüfe, ob der Plan die Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2027 der MaRisk-Neufassung abbildet und ob die Termine tatsächlich eingehalten werden.
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung legt einen Turnus fest, in dem neue Vorgaben bewertet werden, und benennt je Vorgabe einen Verantwortlichen mit Termin. Einstieg: Beitrag zur MaRisk-Novelle und AMLR Readiness bei S+P Compliance.
Nein. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung benennt eine Stelle, die neue Vorgaben beobachtet, und lässt bis zur nächsten Sitzung eine Liste der offenen Regelungen mit Verantwortlichen erstellen. Einstieg: Beitrag zur MaRisk-Novelle und AMLR Readiness bei S+P Compliance.
Ist die Sachkunde von Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan aktuell und nachweisbar dokumentiert, mit Inhalt, Datum und Umfang?

Bezug: § 25c und § 25d KWG, fachliche Eignung der Geschäftsleiter und Sachkunde der Mitglieder des Aufsichtsorgans. Die Anwendbarkeit hängt von Institut und Rechtsform ab.

Ja. Prüfe, ob die Nachweise die aktuellen Themen abdecken, etwa MaRisk-Neufassung, DORA und AMLR.
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt je Organmitglied eine Übersicht der Schulungen mit Inhalt, Datum und Umfang führen und plant fehlende Themen für das nächste Halbjahr. Passende Programme: Seminare für Aufsichtsrat, Vorstand und C-Level.
Nein. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt noch in dieser Sitzung eine Übersicht der bisherigen Schulungen je Organmitglied anfordern und legt fest, wer die Nachweise führt. Passende Programme: Seminare für Aufsichtsrat, Vorstand und C-Level.
Steuert ihr eure Dienstleister aktiv, mit vollständigem Register, geprüften Verträgen, laufender Überwachung und einer Exit-Strategie für wesentliche Auslagerungen?

Bezug: AT 9 Tz. 7, 9, 12 und 13 MaRisk, für IKT-Dienstleister zusätzlich Art. 28 bis 30 DORA. Der Umfang richtet sich nach Art, Umfang und Komplexität der Auslagerungen.

Ja. Prüfe, ob der Bericht an die Geschäftsleitung die Qualität der Leistung bewertet (AT 9 Tz. 13) und ob die Exit-Strategie zumindest durchgespielt wurde.
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung klärt, bei welchen Auslagerungen Register, Vertrag, Überwachung oder Exit-Strategie noch fehlen, und legt Verantwortliche mit Fristen fest. Einstieg: Beitrag Auslagerung und Fremdbezug, Register und Meldewesen als Service und Seminar Auslagerungscontrolling.
Nein. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt bis zur nächsten Sitzung ein vollständiges Register aller Auslagerungen und Fremdbezüge aufbauen und benennt einen Verantwortlichen für die Steuerung. Einstieg: Beitrag Auslagerung und Fremdbezug, Register und Meldewesen als Service und Seminar Auslagerungscontrolling.
Gibt es zu offenen Prüfungsfeststellungen eine Liste mit Verantwortlichen und Fristen, die regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet wird?

Bezug: AT 4.4.3 Tz. 11 und 12 sowie AT 6 MaRisk.

Ja. Prüfe, ob überfällige Feststellungen bis zur Geschäftsleitung eskalieren (AT 4.4.3 Tz. 12).
Teilweise. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt alle offenen Feststellungen mit Verantwortlichem, Frist und Stand in einer Liste führen und überfällige Punkte in jeder Sitzung aufrufen. Zur Vorbereitung auf Prüfungen: Beitrag zur Prüfung nach § 44 KWG. Umsetzung: S+P Compliance.
Nein. Beschlussvorschlag: Die Geschäftsleitung lässt bis zur nächsten Sitzung alle offenen Feststellungen aus Revision, Wirtschaftsprüfer und Aufsicht in einer Liste mit Verantwortlichem und Frist zusammenführen. Zur Vorbereitung auf Prüfungen: Beitrag zur Prüfung nach § 44 KWG. Umsetzung: S+P Compliance.

Zwei Wege nach der Entscheidung

Wenn klar ist, was die Geschäftsleitung entscheiden muss, stellt sich die nächste Frage: Wer setzt es um, oder wer im Team braucht das Wissen dafür?

Umsetzung

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Ausgelagerte Kontrollfunktionen und Compliance-Services für regulierte Institute. Dort werden Funktionen betrieben, Prozesse aufgesetzt und Nachweise erstellt.

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Weiterbildung für Geschäftsleitung, Compliance Officer und Geldwäschebeauftragte: Methodenwissen und Sachkunde für das eigene Team. Nach Rolle oder Thema suchen, Inhalte vergleichen und Termine ansehen.

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Häufige Fragen von Geschäftsleitung und Compliance

Die Antworten beziehen sich auf die MaRisk in der Fassung des Rundschreibens 06/2026 (BA).

Wofür ist die Geschäftsleitung nach den MaRisk verantwortlich?

Alle Geschäftsleiter sind unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich (AT 3.1 Tz. 1 MaRisk). Zusätzlich ist jeder Geschäftsleiter für die Einrichtung angemessener Kontroll- und Überwachungsprozesse in seinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich (AT 3.1 Tz. 2).

Kann die Geschäftsleitung Compliance-Aufgaben auslagern?

Grundsätzlich dürfen Aktivitäten und Prozesse ausgelagert werden, solange die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die Auslagerung führt nicht zu einer Delegation der Verantwortung der Geschäftsleitung, und Leitungsaufgaben dürfen nicht ausgelagert werden (AT 9 Tz. 4 MaRisk). Für die vollständige oder teilweise Auslagerung der Compliance-Funktion gelten besondere Maßstäbe (AT 9 Tz. 4 und 5). Die geldwäscherechtlichen Pflichten sind daneben anzuwenden (AT 9 Tz. 1).

Wann liegt eine Auslagerung vor und wann ein sonstiger Fremdbezug?

Eine Auslagerung liegt vor, wenn ein anderes Unternehmen mit Aktivitäten und Prozessen im Zusammenhang mit Bankgeschäften, Finanzdienstleistungen oder sonstigen institutstypischen Dienstleistungen beauftragt wird, die ansonsten das Institut selbst erbringen würde. Sonstiger Fremdbezug ist keine Auslagerung, das Institut muss aber auch dabei darauf achten, dass die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation nicht beeinträchtigt wird (AT 9 Tz. 1 MaRisk). IKT-Dienstleistungen, die dem IKT-Drittparteienrisikomanagement nach Art. 28 bis 30 DORA unterliegen, fallen nicht in den Anwendungsbereich von AT 9.

Was muss die Compliance-Funktion der Geschäftsleitung berichten?

Die Compliance-Funktion berichtet mindestens jährlich sowie anlassbezogen an die Geschäftsleitung. Der Bericht enthält auch Hinweise auf Defizite und Gegenmaßnahmen und wird an die Interne Revision weitergegeben (AT 4.4.2 Tz. 6 MaRisk). Das Aufsichtsorgan erhält den Bericht der Compliance-Funktion zur Kenntnis (AT 3.2 Tz. 2).

Was hat sich mit der 9. MaRisk-Novelle für die Geschäftsleitung geändert?

Die BaFin hat die neue Fassung der MaRisk im Juni 2026 als Rundschreiben 06/2026 (BA) veröffentlicht. Sie tritt mit der Veröffentlichung in Kraft. Soweit sich im Einzelfall zusätzliche Anforderungen ergeben, gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2027. Nach Angaben der Aufsicht ist das Rundschreiben stärker prinzipienbasiert und weniger komplex, eine grundsätzliche Absenkung des Anforderungsniveaus ist nicht erfolgt. Das Modul AT 3 regelt neben der Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung (AT 3.1) die Verantwortung des Aufsichtsorgans (AT 3.2).

Woran erkennt ein Prüfer, dass Kontrollen nachweisbar funktionieren?

Die MaRisk verlangen, dass Geschäfts-, Kontroll- und Überwachungsunterlagen für sachkundige Dritte nachvollziehbar abgefasst und fünf Jahre aufbewahrt werden (AT 6 Tz. 1). Wesentliche Handlungen und Festlegungen sind zu dokumentieren, auch die Fälle, in denen die Geschäftsleitung einzubinden ist (AT 6 Tz. 2). Die Interne Revision überwacht die fristgerechte Beseitigung festgestellter Mängel (AT 4.4.3 Tz. 11).

Quellenverzeichnis

Primärquellen zuerst: EU-Rechtsakte, dann die Aufsicht. PDF-Dateien sind gekennzeichnet.

EU-Rechtsakte

Aufsicht

Rechtsstand: Oktober 2026. Die zitierten Bundesgesetze (KWG, GwG, GmbHG, AktG) sind über das Portal gesetze-im-internet.de des Bundesministeriums der Justiz abrufbar.

Organhaftung Geschäftsleitung: erst einordnen, dann entscheiden

Beim Thema Organhaftung Geschäftsleitung entscheidet die Qualität der Einordnung über alles Weitere. Wer weiß, was sich nicht delegieren lässt und welche Nachweise ein Prüfer erwartet, kann gezielt entscheiden, ob die Umsetzung ausgelagert oder das eigene Team qualifiziert wird. Fang mit der Frage an, die dich gerade am meisten beschäftigt.

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