Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel

Die digitale Transformation unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Tendenzen, wie bspw. der Automatisierung oder der zunehmenden Verbreitung des Internets.
In der Vergangenheit waren lediglich einzelne Branchen betroffen. Bei der digitalen Transformation stehen plötzlich die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens auf dem Prüfstand. Dies reicht von der Geschäftsidee über die Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen, vom Einkauf bis hin zu Verkauf und Service.

Geschäftsführer und Führungskräfte fordern daher vom Controlling neue Kennzahlen, um auch im digitalen Wandel aktiv und sicher steuern zu können. In unserem Informationsblog Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel haben wir Ihnen die wichtigsten Trends und Fragestellung zusammengestellt.

 

Digitalisierung - Controlling-Kennzahlen im Wandel

 

Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel – Auf was kommt es an?

Im Positionspapier des IDW zum Thema Trendwatch Digitalisierung werden folgende Einschätzungen gegeben:

  1. Aussagekräftige Berichterstattung ist auch in der digitalen Welt möglich.
  2. Planungssicherheit für Unternehmensleiter, Anteilseigner und sonstige Stakeholder wird zumindest in der Transformationsphase abnehmen.
  3. Die Abschlussanalyse wird weiterhin einen zwischenbetrieblichen und zeitlichen Vergleich ermöglichen, unabhängig von Geschäftsmodellen, Größe oder Region. Allerdings können sich die abgebildeten Verhältnisse von Erträgen, Aufwendungen und deren Quellen erheblich ändern.
  4. Kennzahlen für ein Unternehmen vor und nach einer disruptiven Anpassung des Geschäftsmodells sind möglicherweise nicht sinnvoll miteinander vergleichbar.
    Diese Zahlen sind möglicherweise mit einer anderen Gruppe von Wettbewerbern (Peer Group) zu vergleichen.
  5. Es werden sich neue geschäftsmodelltypische operative Frühindikatoren (leading indicators) herausbilden.
  6. Die Bedeutung immateriellen Vermögens wird zunehmen. Die Rechnungslegungsvorgaben sind vor diesem Hintergrund anzupassen:
      • Neudefinition des Begriffs Vermögensgegenstand: Abkehr von der selbstständigen Verwertbarkeit?
      • Zunehmende Bedeutung ergänzender qualitativer Berichterstattung.
  7. Gesellschaftliche Entwicklungen sind zu berücksichtigen:
      • Was ist der Sinn von Unternehmenstätigkeit?
      • Was ist Unternehmenserfolg?
      • Wie kann sichergestellt werden, dass die gesamte Gesellschaft am Wohlstand partizipiert (inclusive capitalism)?

Diese 7 Punkte zeigen deutlich wie wichtig eine aktive Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel ist.

 

Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel – Neue Anforderungen an die wertorientierte Unternehmenssteuerung

Die digitale Transformation erschwert die Unternehmensbewertung. Hierzu hat der IDW in seinem Positionspapier folgende Kernaussagen getroffen:

  1. Die Vergangenheitsanalyse ist nicht mehr geeignet, belastbare Prognosen für die Zukunft zu liefern.
  2. Das steuerliche vereinfachte Ertragswertverfahren verliert jegliche Aussagekraft.
  3. Es empfiehlt sich, in der Planungsrechnung Szenarioanalysen zu berücksichtigen.
  4. Zwischen Detailplanungsphase und ewiger Rente kann eine Konvergenzphase erforderlich sein, bis nach disruptiver Entwicklung ein repräsentativer Zustand erreicht ist.
  5. Es ist fraglich, ob mit dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ein für das künftige Risiko repräsentativer Risikozuschlag ermittelt werden kann.
  6. Unternehmensleiter und -kontrolleure agieren unter erhöhter Unsicherheit. Die Anforderungen an diese Gruppen werden vor diesem Hintergrund steigen.
  7. Eine verstärkte Kurzfristigkeit und erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten ist denkbar.
  8. Unterjährige Informationen (Quartalsberichte/-mitteilungen) helfen Investoren, einzuschätzen, ob Unternehmen bei den Transformationen auf dem richtigen Weg sind. Sie können aber auch die Kurzfristigkeit der Kapitalmärkte steigern.

Diese 8 Punkte zum Thema Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel zeigen nicht nur den Handlungsbedarf, sondern auch die Risiken, künftig Unternehmen zu einem deutlich überhöhten Preis zu kaufen.

 

Steuerungskennzahlen – Welche Auswirkungen bringt der digitale Wandel?

Das EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) zeigt die operative Ertragskraft eines Unternehmens unabhängig von Kapitalstruktur und Ertragsteuerbelastung. Diese Kennzahl eignet sich weiterhin für Ergebnis- und Rentabilitätsvergleiche.

Kritik:

Die Kennzahl ist ausschließlich vergangenheitsorientiert und auf das derzeitige Geschäftsmodell fokussiert.

Die Value-Added-Kennzahlen verdeutlichen, wie der Unternehmenswert in der abgelaufenen Periode gesteigert, erhalten oder vermindert wurde. Hierfür werden in der Regel die Kapitalkosten auf das betriebsnotwendige Vermögen vom operativen Ergebnis nach Steuern abgezogen.

Kritik:

Aber auch hier handelt es sich ausschließlich um vergangenheitsorientierte Werte.

 

Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel: Neue Kennzahlen werden stärker in den Fokus der Entscheider rücken.

Rückschlüsse auf die künftige Leistung können gerade in Dienstleistungsunternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit oder die Kundenzufriedenheit liefern.

Kennzahlen zur Wiederbuchung von Leistungen, Abschluss von Service- und Lieferverträgen geben hier wesentliche Steuerungsimpulse für die Zukunft.

 

S&P Praxishinweise für Controlling-Kennzahlen im digitalen Wandel

Die Teilnehmer erhalten mit dem Seminar Controlling: Verkaufspreise kostendeckend kalkulieren Werkzeuge für den digitalen Wandel. Zum Thema Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel erhalten Sie Instrumente für:

Preiskalkulation in Zeiten der Digitalisierung

Effizienter Einsatz von Kennzahlen

    • Unternehmenswert steigern mit aktivem EBITDA-Management
    • Steuern und Entscheiden mit WACC und Economic Value Added
    • Zukunftsorientierte Simulationen unter Berücksichtigung des digitalen Wandels
Digitalisierung – Controlling-Kennzahlen im Wandel