Wie teuer werden Verstöße gegen das Geldwäschegesetz ab 2026?
Mit der AMLD6 und den neuen RTS-Entwürfen der AMLA vom Februar 2026 steigen die Bußgelder auf bis zu 10 % des Jahresumsatzes oder 5 Mio. €. Entscheidend ist dabei die neue Kategorisierung der AMLA, die systemische Versäumnisse bei der Kundenaktualisierung (Art. 33 RTS) drakonisch bestraft.
Die AMLA übernimmt das Steuer: Der neue Sanktionskatalog der Compliance
Die europäische Geldwäscheaufsicht AMLA hat offiziell die Kontrolle übernommen und pünktlich zum Jahresauftakt 2026 die nächste Stufe der Regulierung gezündet. Mit dem Abschluss der Konsultationsverfahren zu den technischen Regulierungsstandards (RTS) am 9. März 2026 endet die Ära der regulatorischen Unverbindlichkeit in Europa endgültig.
Diese Standards bilden das operative Fundament für die Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR) und die Richtlinie (EU) 2024/1640 (AMLD6). Im Zentrum der strategischen Aufmerksamkeit steht dabei insbesondere Artikel 53 der AMLD6. Hier definiert die AMLA nun das methodische Framework für Compliance-Versäumnisse: Die Einstufung der Schwere von Verstößen und die Berechnung der daraus resultierenden Geldbußen erfolgen künftig nach europaweit vereinheitlichten, harten Kriterien.
Dieser regulatorische Umbruch bringt einen fundamentalen Paradigmenwechsel mit sich:
-
Vom Intervall zum Risiko: Die Abkehr von starren Fünf-Jahres-Fristen bei der Kundenaktualisierung zugunsten eines dynamischen, risikobasierten Ansatzes gemäß Art. 33 des RTS-Entwurfs.
-
Management-Aufgabe: Ein operativer Kraftakt, der von der Geschäftsführung weit mehr als nur administratives „Abhaken“ verlangt.
-
Investitionsdruck: Strategische Weitsicht erfordert nun Investitionen in intelligente IT-Automatisierung und eine völlig neue Logik der internen Ressourcensteuerung.
Wer hier an der falschen Stelle spart, gerät schnell in die Mühlen einer Aufsicht, die systemische Versäumnisse künftig mit drastischen Zwangsgeldern (Periodic Penalty Payments) belegt. Da die Frist für Stellungnahmen gerade abgelaufen ist, ist die sofortige Analyse der Sanktionsmethodik für Institute nun überlebenswichtig, um das finanzielle Expositionsrisiko zu begrenzen.