Auslagerung und Fremdbezug – Anforderungen MaRisk 2017 – Die neuen MaRisk 2017 stellen erhöhte Anforderungen an das Auslagerungsmanagement. Einen Überblick zu den Änderungen finden Sie in unserem Informationsblog MaRisk 2017.

Abgrenzung von Auslageruung und Fremdbezug: In AT 9 Auslagerung werden die Abgrenzungskriterien zum Fremdbezug von Leistungen definiert:

  • Sonstiger Fremdbezug von Leistungen
  • Bezug von Software
  • Sonstige institutstypische Dienstleistungen

 

Auslagerung - MaRisk 2017

 

Sonstiger Fremdbezug von Leistungen – Auslagerung – MaRisk 2017

Nicht als Auslagerung im Sinne dieses Rundschreibens zu qualifizieren ist der sonstige Fremdbezug von Leistungen. Hierzu zählt zunächst der einmalige oder gelegentliche Fremdbezug von Gütern und Dienstleistungen.

Ebenso erfasst werden Leistungen, die typischerweise von einem beaufsichtigten Unternehmen bezogen und aufgrund tatsächlicher Gegebenheiten oder rechtlicher Vorgaben regelmäßig weder zum Zeitpunkt des Fremdbezugs noch in der Zukunft vom Institut selbst erbracht werden können (z. B. die Nutzung von Zentralbankfunktionen (innerhalb von Finanzverbünden), bzw. die Nutzung von Clearingstellen im Rahmen des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung, die Inanspruchnahme von Liquiditätslinien, die Einschaltung von Korrespondenzbanken oder die Verwahrung von Vermögensgegenständen von Kunden nach dem Depotgesetz).

Die Anwendung der einschlägigen Regelungen zu § 25b Abs. 2 KWG ist angesichts der besonderen, mit solchen Konstellationen einhergehenden Risiken regelmäßig nicht angemessen. Dessen ungeachtet hat das Institut auch beim sonstigen Fremdbezug von Leistungen die allgemeinen Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation gemäß § 25a Abs. 1 KWG zu beachten.

 

Bezug von Software als sonstiger Fremdbezug – Auslagerung – MaRisk 2017

Der isolierte Bezug von Software ist in der Regel als sonstiger Fremdbezug einzustufen. Hierzu gehören unter anderem auch die folgenden Unterstützungsleistungen:

  • die Anpassung der Software an die Erfordernisse des Kreditinstituts,
  • die entwicklungstechnische Umsetzung von Änderungswünschen (Programmierung),
  • das Testen, die Freigabe und die Implementierung der Software in die Produktionsprozesse beim erstmaligen Einsatz und bei wesentlichen Veränderungen insbesondere von programmtechnischen Vorgaben,
  • Fehlerbehebungen (Wartung) gemäß der Anforderungs-/Fehlerbeschreibung des Auftraggebers oder Herstellers,
  • sonstige Unterstützungsleistungen, die über die reine Beratung hinausgehen.

 

Dies gilt nicht für Software, die zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der Risiken eingesetzt wird oder die für die Durchführung von bankgeschäftlichen Aufgaben von wesentlicher Bedeutung ist; bei dieser Software sind Unterstützungsleistungen als Auslagerung einzustufen. Ferner gilt der Betrieb der Software durch einen externen Dritten als Auslagerung.

 

Sonstige institutstypische Dienstleistungen – Auslagerung – MaRisk 2017

Durch die Bezugnahme auf sonstige institutstypische Dienstleistungen wird Art. 13 Abs. 5 Satz 1 der Finanzmarktrichtlinie insoweit Rechnung getragen, als dieser sich auf die Auslagerung betrieblicher Aufgaben bezieht, die für die kontinuierliche und ordnungsgemäße Erbringung und Ausübung von Dienstleistungen für Kunden und Anlagetätigkeiten wichtig sind. Zu den sonstigen institutstypischen Dienstleistungen zählen z. B. auch die in Anhang I Abschnitt B der Finanzmarktrichtlinie genannten Nebendienstleistungen.

Abschnitt B führt folgende Nebendienstleistungen auf, welche als institutstypische Dienstleistungen einzustufen sind:

  1. Verwahrung und Verwaltung von Finanzinstrumenten für Rechnung von Kunden, einschließlich der Depotverwahrung
    und verbundener Dienstleistungen wie Cash-Management oder Sicherheitenverwaltung
  2. Gewährung von Krediten oder Darlehen an Anleger für die Durchführung von Geschäften mit einem oder
    mehreren Finanzinstrumenten, sofern das kredit- oder darlehensgewährende Unternehmen an diesen Geschäften
    beteiligt ist
  3. Beratung von Unternehmen hinsichtlich der Kapitalstrukturierung, der branchenspezifischen Strategie und damit
    zusammenhängender Fragen sowie Beratung und Dienstleistungen bei Unternehmensfusionen und -aufkäufen
  4. Devisengeschäfte, wenn diese im Zusammenhang mit der Erbringung von Wertpapier-dienstleistungen stehen
  5. Wertpapier- und Finanzanalyse oder sonstige Formen allgemeiner Empfehlungen, die Geschäfte mit Finanzinstrumenten
    betreffen
  6. Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Emissionen
  7. Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten sowie Nebendienstleistungen des in Anhang I Abschnitt A oder B
    enthaltenen Typs betreffend die Unterlegung der in Abschnitt C Nummern 5, 6, 7 und 10 enthaltenen Derivate,
    wenn diese mit der Bereitstellung der Wertpapier- oder der Nebendienstleistung in Zusammenhang stehen

 

Reportingpflichten – Regelung nun in AT 9, Tz 13 – Auslagerung – MaRisk 2017

Die im Entwurf zu den MaRisk in BT 3.5 gesondert aufgeführten Reportingpflichten wurden nun in der Endversion fallen gelassen. Entsprechende Regelungen finden sich nun in AT 9, Tz 13.

Das zentrale Auslagerungsmanagement hat mindestens jährlich einen Bericht über die wesentlichen Auslagerungen zu erstellen und der Geschäftsleitung zur Verfügung zu stellen. Der Bericht hat unter Berücksichtigung der dem Institut vorliegenden Informationen bzw. der institutsinternen Bewertung der Dienstleistungsqualität der Auslagerungsunternehmen eine Aussage darüber zu treffen, ob die erbrachten Dienstleistungen der Auslagerungsunternehmen den vertraglichen Vereinbarungen entsprechen, die ausgelagerten Aktivitäten und Prozesse angemessen gesteuert und überwacht werden können und ob weitere risikomindernde Maßnahmen ergriffen werden sollen.

 

MaRisk – CRD IV – CRR – Seminar MaRisk – CRD IV – CRR – Auslagerung – MaRisk 2017

Ihr Weiterbildungsprogramm Neue MaRisk – CRD IV – CRR – §25KWG neuMaRisk-konformes Verrechnungssystem für LiquiditätskostenNeue MaRisk und Neue Compliance-Funktion gemäß MaRisk erfahren Sie, welche Sorgfaltspflichten die Mitarbeiter mit Compliance- und Risikocontrolling-Funktion erfüllen müssen und wie eine sichere Umsetzung der MaRisk, CRD IV, CRR und §25 KWG in die Praxis erfolgen kann. Des Weiteren erhalten Sie aktuelle Praxis-Leitfäden sowie Simulations-Tools für eine sichere und zeitschonende Umsetzung der CRD IV- und CRR-Anforderungen. Liquiditätssteuerung mit LCR und NSFR – auf was kommt es an?

Unsere Praxisseminare Geldwäsche und Fraud – BasisseminarGeldwäsche und Fraud – AufbauseminarGeldwäsche & Fraud – Update und Geldwäsche & Fraud – Forum verschaffen Ihnen einen umfassenden Überblick zu den aktuellen gesetzlichen Neuerungen und unterstützen Sie dabei, Geldwäsche- und Betrugsstrukturen zu erkennen, zu bewerten und rechtzeitig zu verhindern. In den Compliance-Seminaren wie ComplianceCompliance für VertriebsbeauftragteNeue Compliance-Funktion gemäß MaRisk oder auch Compliance im Fokus der Bankenaufsicht werden Ihnen die Ausgestaltung der Schnittstellen zwischen Compliance, Datenschutz, IT, Zentrale Stelle und Interner Revision näher gebracht. Auch die Mindestanforderungen zum Aufbau eines Gesamt-IKS werden hier beispielsweise näher erläutert.

Zudem haben Sie die Chance, nach Teilnahme der Seminare die Zertifizierungslehrgänge zum Compliance Officer, zum AML & Fraud Officer oder zum Geldwäsche-Beauftragter zu absolvieren.

 

Depot A Management und Asset Management – Seminar MaRisk – CRD IV – CRR – Auslagerung – MaRisk 2017

Bauen Sie für Ihr Unternehmen eine eigenständige Kreditanalyse zur verlässlichen Beurteilung Ihrer Emittenten- und Kontrahentenlimite auf! In den Seminaren Depot A im Fokus der BankenaufsichtDepot A Management: Kompaktwissen für die Niedrigzinsphase und Depot A Management erhalten Sie Leitlinien für eine aufsichts- und haftungsrechtlich sichere Kreditanalyse und Limiteinräumung bei Eigenanlagen. Darüber hinaus helfen Ihnen anerkannte Beurteilungsstandards, Checklisten und Musterbeschlüsse bei einer fundierten und zuverlässigen Kreditanalyse im Depot A. Neu im Fokus: MREL und TLAC bei der Votierung von Emittentenlimiten.

Beachten Sie auch unseren aktuelle Seminare zu Datenschutz und Prävention vor Cyber-RisikenComplianceMindestanforderungen TLAC und MREL sowie Geldwäschegesetz aktuell.

Markiert in: